"Was hat das mit mir zu tun?": LWLSPD-Fraktion unterstützt Neukonzeption

Die LWLSPD-Fraktion hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, dass sie eine Neukonzipierung von "Stalag 326" zu einer Gedenkstätte von nationaler und internationaler Bedeutung unterstützt. Der Erinnerungsort wird seit 1996 aus der Zivilgesellschaft heraus unterstützt und hierbei seit vielen Jahren durch die Fraktion und den LWL begleitet. Mit dem wachsenden zeitlichen Abstand zum II. Weltkrieg drängt die bewusste Pflege der Gedenstätten in Westfalen und Lippe. Leitfrage der Vermittlung von geschichtlicher Erinnerung und heutiger Alltagswirklichkeit soll sein: "Was hat das mit mir zu tun?"
 
Beschlüsse des Deutschen Bundestages und des nordrhein-westfälischen Landtages zur Mitfinanzierung der Investitionskosten liegen bereits vor. Nun gilt es für den LWL, in Kooperation mit den staatlichen und kommunalen Projektpartnern die dauerhafte Finanzierung der Betriebskosten sicherzustellen. Unser Fraktionsvorsitzender Karsten Koch erklärt dazu:
„Es ist Zeit für eine Gedenkstätte, die die Geschichte und Nachgeschichte der sowjetischen Kriegsgefangenen stärker in das öffentliche Bewusstsein rückt. Das ist ein wichtiger Teil der deutschen Verantwortung für die Folgen des Zweiten Weltkrieges. Der LWL kann hierzu in der Partnerschaft mit Bund, Land und Kommunen einen wichtigen Beitrag leisten.“

 
Der Hintergrund:
 
  • Mit rund drei Millionen Toten stellen die sowjetischen Kriegsgefangenen nach den europäischen Juden die zweitgrößte Opfergruppe der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft dar. Die Dimensionen dieses Verbrechens haben in der Erinnerungs- und Gedenkstättenlandschaft der Bundesrepublik bis heute keinen angemessenen Ausdruck gefunden.
  • Das Stammlager 326 (Stalag 326) in Stukenbrock-Senne, einem Ortsteil der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock im Kreis Gütersloh, war zentraler Bestandteil eines Lagersystems für sowjetische Kriegsgefangene. Aus diesem Stammlager heraus wurde auch der größte industrielle Ballungsraum Deutschlands mit Arbeitskräften versorgt. Mehr als 300.000 sowjetische Kriegsgefangene durchliefen das Stalag.
  • In 2020 wurde an die Befreiung des Lagers erinnert, die im Mai 1945 stattfand - für die Landschaftsversammlung wurde in diesem Jahr eine Machbarkeitsstudie erstellt, die im Herbst Grundlage für eine Beantragung von Fördermitteln des Bundes war. Entsprechend konnte das Projekt weiter entwickelt werden, in dem der LWL eine immer deutlicher konturierte Rolle übernimmt.

 

 

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